Was die Search Console zeigt – und was nicht
Google weist Klicks und Impressionen, die aus KI-Übersichten stammen, nicht gesondert aus. Sie laufen im Bericht zur Suchleistung unter dem Suchtyp „Web“ mit den übrigen Daten zusammen. Ein Filter, ein Segment oder eine eigene Zeile dafür existiert nicht.
- Eine Impression entsteht, wenn Ihr Link in der KI-Übersicht ausgeliefert wird
- Ein Klick zählt, wenn ein Nutzer diesen Link anklickt
- Nicht messbar: wie oft Ihr Inhalt zusammengefasst wurde, ohne dass ein Link erschien
- Nicht messbar: welcher Anteil Ihrer Klicks aus der KI-Übersicht statt aus dem klassischen Treffer kam
Die Konsequenz ist unbequem, aber wichtig: Sie arbeiten mit Indizien, nicht mit Beweisen. Wer eine exakte Zahl verspricht, schätzt – auch wenn ein Werkzeug sie in einer Tabelle darstellt.
Die typische Signatur erkennen
Wenn eine KI-Übersicht für Ihre Suchanfragen erscheint, zeigt sich in den Daten fast immer dasselbe Muster: Impressionen stabil oder leicht steigend, Klicks deutlich fallend, Klickrate spürbar niedriger, durchschnittliche Position leicht schlechter.
Abgrenzung zu anderen Ursachen
Filter, die weiterhelfen
- Zeitraumvergleich über 28 Tage, dazu ein Jahresvergleich – so trennen Sie Saisonalität von echten Veränderungen.
- Suchanfragen mit Fragewörtern („wie“, „was“, „warum“, „welche“) als eigene Gruppe filtern. Diese Gruppe ist am stärksten von KI-Übersichten betroffen.
- Markensuchen über einen Filter mit Ihrem Firmennamen ausschließen und getrennt betrachten.
- Nach Seitentypen segmentieren: Ratgeberbeiträge gegen Leistungsseiten stellen – die Kurven laufen meist deutlich auseinander.
- Suchtyp „Web“ gegen den Bericht „Discover“ prüfen, damit Sie keine Effekte vermischen.
- Geräteansicht getrennt betrachten: Auf dem Smartphone verdrängt eine KI-Übersicht die organischen Treffer stärker als am Desktop.
Warum die Position irreführt
Die „durchschnittliche Position“ war schon immer eine grobe Kennzahl, jetzt ist sie noch grober. Sie sagt nichts darüber aus, wie weit ein Nutzer scrollen muss, bevor Ihr Ergebnis sichtbar wird. Position 1 kann bedeuten: ganz oben – oder unterhalb einer KI-Übersicht, dreier Anzeigen und eines Kartenmoduls.
Verlässlicher ist die Kombination aus Klickrate und tatsächlicher Anfragenzahl. Ergänzen Sie das durch eine simple manuelle Kontrolle: Suchen Sie Ihre zehn wichtigsten Begriffe einmal im Monat im privaten Fenster und notieren Sie, was oberhalb Ihres Ergebnisses steht.
Ergänzende Datenquellen
- Profilstatistiken des Unternehmensprofils: Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks sind von KI-Übersichten kaum betroffen
- Serverlogs oder Referrer-Auswertung auf Zugriffe von KI-Diensten – klein in der Menge, aber aufschlussreich
- Ihre eigene Anfragestatistik: Formulare, Telefonate, Angebote. Das ist die Kennzahl, die zählt
- Manuelle Stichproben in ChatGPT, Perplexity und Gemini mit Ihren Kernfragen
- Entwicklung der Markensuchen als Indikator für Sichtbarkeit ohne Klick
Eine schlanke Monatsroutine
- Suchleistung: 28 Tage gegen Vormonat und Vorjahr, getrennt nach Marke und Nicht-Marke.
- Top-20-Seiten nach Klickdifferenz durchsehen und Auffälligkeiten notieren.
- Zehn Kernbegriffe manuell suchen und die Ergebnisdarstellung dokumentieren.
- Profilstatistiken übertragen: Anrufe, Routen, Klicks.
- Anfragen aus dem CRM oder Postfach gegenüberstellen.
- Eine Seite Fazit: Was ist passiert, was tun wir im nächsten Monat.
Fazit
Die Search Console bleibt das wichtigste Werkzeug – sie beantwortet nur andere Fragen als früher. Wer Klickrückgänge sauber von Rankingverlusten trennt und die Anfragenzahl als Leitgröße nimmt, trifft weiterhin gute Entscheidungen. Beim Aufbau eines belastbaren Reportings unterstützen wir unter Google-Sichtbarkeit.

