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KI & Marketing30. Juni 20268 Min. Lesezeit

ChatGPT oder Google: Wo Ihre Kunden 2026 wirklich suchen

Antwortsysteme wachsen schnell, Google bleibt dominant – vor allem lokal. Eine nüchterne Aufteilung, wo Sie welche Energie investieren sollten.

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Webagentur für Sichtbarkeit & Websites

Vergleich zwischen klassischer Suchmaschine und KI-Chat auf zwei Bildschirmen

Die Größenordnungen

Google verarbeitet weiterhin den mit Abstand größten Teil aller Suchanfragen; in Deutschland liegt der Marktanteil bei den klassischen Suchmaschinen seit Jahren bei etwa neun von zehn Suchen. Gleichzeitig hat ChatGPT die schnellste Nutzerakquise der Softwaregeschichte hingelegt und bewegt sich bei den wöchentlich aktiven Nutzern in einer Größenordnung von mehreren hundert Millionen weltweit.

Beides gleichzeitig ist wahr, weil unterschiedliche Dinge gezählt werden: Suchanfragen auf der einen, Konversationen auf der anderen Seite. Ein Chatverlauf mit acht Nachrichten ersetzt vielleicht drei Suchanfragen – oder gar keine, weil es um das Formulieren einer E-Mail ging.

Unterschiedliche Anlässe

  • Klassische Suche: schnelle Fakten, konkrete Anbieter, Öffnungszeiten, Adressen, Navigation, Preisvergleich, Markensuchen
  • Antwortsysteme: erklärungsbedürftige Themen, Vergleiche mit mehreren Kriterien, Zusammenfassungen, Formulierungshilfe, Vorbereitung einer Entscheidung
  • Antwortsysteme: Rückfragen im Dialog – „und wenn das Haus Baujahr 1960 ist?“
  • Klassische Suche: alles, was einen Klick zur Website ohnehin braucht – Termin, Formular, Anruf
  • Und zunehmend: Nutzer, die im Chat recherchieren und danach in der Suche gezielt den Namen eingeben, den sie dort gelesen haben

Der entscheidende Punkt

Die beiden Kanäle konkurrieren weniger, als sie sich staffeln. Der Chat übernimmt die Orientierungsphase, die Suchmaschine die Auswahl- und Kontaktphase. Wer im Chat nicht vorkommt, wird in der Suche nicht mehr namentlich gesucht – der Verlust zeigt sich erst später und an anderer Stelle.

Lokale Suche bleibt Google

Bei „Handwerker in der Nähe“ ist die klassische Suche weiter klar überlegen – und das hat handfeste Gründe: aktuelle Öffnungszeiten, geprüfte Adressen, Routenführung, Bewertungen, Anruf mit einem Tipp. Antwortsysteme greifen für lokale Empfehlungen typischerweise auf Webquellen und Kartendienste zurück und liefern deshalb dieselben Namen, oft weniger aktuell.

Für lokale Anbieter folgt daraus eine klare Reihenfolge: Erst im Kartenmodul gewinnen, dann für Antwortsysteme aufbereiten. Wer die zweite Stufe vor der ersten angeht, investiert am Umsatz vorbei.

Wenig Traffic, hohe Qualität

Zugriffe aus Antwortsystemen machen bei den allermeisten Websites bislang deutlich weniger als ein Prozent des Gesamtverkehrs aus. Wer nur auf diese Zahl schaut, hält das Thema für irrelevant. Der zweite Blick lohnt sich: Diese Besucher kommen mit einer bereits getroffenen Vorauswahl, sie sind weiter im Entscheidungsprozess und konvertieren entsprechend besser.

  • Empfehlung statt Trefferliste – der Vertrauensvorschuss ist höher
  • Vorqualifiziert: unpassende Anfragen wurden im Dialog bereits ausgesortiert
  • Wenige, aber ernsthafte Kontakte – gut für Betriebe mit begrenzter Kapazität
  • Kaum Wettbewerbsdruck: In den meisten Regionen kümmert sich noch niemand darum

Wohin die Energie gehört

  1. Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen – der größte Hebel für lokale Anbieter, ohne Konkurrenz durch andere Maßnahmen.
  2. Website-Grundlagen: Ladezeit, mobile Bedienbarkeit, klare Leistungsseiten, erreichbare Kontaktwege.
  3. Bewertungen systematisch einholen und beantworten – wirkt in beiden Kanälen.
  4. Inhalte zitierfähig strukturieren: echte Fragen, Antwort zuerst, eigene Zahlen.
  5. Entitätsdaten vereinheitlichen: identische Angaben überall, strukturierte Daten, gepflegte Verzeichniseinträge.
  6. Erst danach: gezielte Beobachtung der Nennungen in Antwortsystemen und Nacharbeit an Lücken.

Was Sie beobachten sollten

  • Referrer-Zugriffe von KI-Diensten in Ihrer Statistik – Trend wichtiger als Absolutwert
  • Monatliche Stichproben mit zehn realistischen Kundenfragen in mehreren Systemen
  • Entwicklung der Markensuchen in der Search Console
  • Die Frage im Erstgespräch: „Wie sind Sie auf uns gekommen?“ – oft die ehrlichste Datenquelle

Fazit

Google bleibt 2026 der Kanal, über den lokale Aufträge entstehen. Antwortsysteme sind der Kanal, in dem darüber entschieden wird, wer überhaupt in die engere Wahl kommt. Vernünftig ist deshalb nicht Entweder-oder, sondern eine saubere Reihenfolge – erst das Fundament, dann die Sichtbarkeit in Antworten. Wie das zusammenspielt, zeigen wir unter KI-Sichtbarkeit.

ChatGPT vs. Google 2026: Wo Kunden suchen | Trusify