Warum das Profil so viel wiegt
Bei einer lokalen Suche steht das Kartenmodul mit drei Einträgen über den klassischen Ergebnissen. Wer dort auftaucht, bekommt einen großen Teil der Kontaktaufnahmen – häufig ohne dass die Website überhaupt besucht wird. Anruf, Route, Öffnungszeiten, Bewertungen: alles direkt im Ergebnis.
Dazu kommt die neue Rolle als Datenlieferant. Wenn ein Antwortsystem gefragt wird, wer in einer Stadt eine bestimmte Leistung anbietet, sind Profildaten und Bewertungen eine der wenigen strukturierten, aktuellen Quellen. Ein gepflegtes Profil zahlt also doppelt.
Die Kategorie ist der stärkste Hebel
Kein anderes Feld beeinflusst die Sichtbarkeit im Kartenmodul so stark wie die Primärkategorie. Sie legt fest, für welche Suchanfragen Sie überhaupt in Betracht gezogen werden. Ein Betrieb mit der Primärkategorie „Bauunternehmen“ erscheint bei „Dachdecker“ praktisch nie – auch mit hervorragenden Bewertungen nicht.
- Suchen Sie Ihre wichtigste Leistung bei Google und sehen Sie nach, welche Kategorie die drei Einträge im Kartenmodul führen. Diese Kategorie ist Ihr Ziel.
- Setzen Sie genau eine, möglichst spezifische Primärkategorie – nicht die allgemeinste.
- Ergänzen Sie Zusatzkategorien nur für Leistungen, die Sie tatsächlich anbieten. Jede unpassende Zusatzkategorie verwässert das Profil.
- Prüfen Sie die Kategorie nach jeder Sortimentserweiterung erneut – Google führt regelmäßig neue Kategorien ein.
Stammdaten ohne Lücken
- Firmenname exakt wie im Impressum – ohne angehängte Keywords oder Ortsnamen
- Adresse in identischer Schreibweise wie auf der Website (Straße/Str., Hausnummernzusätze, PLZ)
- Eine lokale Rufnummer als Hauptnummer; Servicenummern höchstens als Zusatz
- Öffnungszeiten aktuell, inklusive Sonderzeiten für Feiertage und Betriebsurlaub – falsche Zeiten sind der häufigste Grund für negative Bewertungen
- Website-Link auf die passende Seite, nicht pauschal auf die Startseite; mit UTM-Parametern messbar machen
- Beschreibung mit 750 Zeichen ausschöpfen: Leistungen, Einzugsgebiet, Spezialisierung, Gründungsjahr – Klartext statt Werbesprache
- Attribute pflegen: Barrierefreiheit, Parkmöglichkeiten, Zahlungsarten, Terminpflicht
- Eröffnungsdatum eintragen – ein einfaches Signal für Beständigkeit
Servicegebiet oder Ladenlokal?
Leistungen, Produkte, Fotos
Der Abschnitt „Leistungen“ wird von den meisten Betrieben ignoriert und ist einer der einfachsten Gewinne. Legen Sie jede Leistung einzeln an und schreiben Sie eine Beschreibung dazu – nicht nur den Namen. Diese Texte sind durchsuchbar und liefern zugleich das Vokabular, das andere Systeme über Sie übernehmen.
- Alle angebotenen Leistungen einzeln anlegen, jeweils mit zwei bis drei erklärenden Sätzen
- Preise oder Preisspannen angeben, wo möglich – das filtert unpassende Anfragen vor
- Echte Fotos statt Stockmaterial: Team, Fahrzeuge, Räume, Vorher-Nachher aus Projekten
- Regelmäßig nachlegen, etwa monatlich einige neue Bilder – Aktualität ist sichtbar
- Titelbild und Logo bewusst wählen, sie erscheinen in der Vorschau
- Nutzerfotos beobachten und unpassende melden
Fragen, Beiträge, Bewertungen
Im Bereich „Fragen und Antworten“ darf jeder fragen – und jeder antworten. Das ist ein Risiko und eine Chance. Stellen Sie die zehn häufigsten Kundenfragen selbst ein und beantworten Sie sie sachlich über das Unternehmenskonto. So steht die richtige Antwort dort, bevor jemand anderes rät.
Beiträge halten das Profil lebendig: eine kurze Meldung alle ein bis zwei Wochen zu einem abgeschlossenen Projekt, einer neuen Leistung oder saisonalen Themen. Und Bewertungen: aktiv einholen, jede beantworten – auch die schlechten, sachlich und ohne Rechtfertigungsschleife. Die Antworten lesen künftige Kunden genauso wie die Bewertungen selbst.
Fehler, die Rankings kosten
- Keywords im Firmennamen. Wirkt kurzfristig, ist ein klarer Richtlinienverstoß und kann zur Sperrung des Profils führen.
- Doppelte Profile aus alten Anmeldungen oder Umzügen – zusammenführen oder schließen lassen.
- Virtuelle Büroadressen oder Coworking-Adressen ohne echte Präsenz.
- Veraltete Öffnungszeiten an Feiertagen.
- Bewertungen kaufen oder Mitarbeiter bewerten lassen – Google erkennt Muster und filtert sie.
- Profil nach der Einrichtung nie wieder öffnen. Ein totes Profil verliert langsam, aber sicher.
Fazit
Fangen Sie bei der Kategorie an, füllen Sie danach jedes Feld vollständig aus und etablieren Sie eine kurze Monatsroutine: Fotos, ein Beitrag, Bewertungen beantworten, Statistiken prüfen. Der Aufwand liegt bei etwa einer Stunde im Monat und ist für lokale Anbieter kaum zu schlagen. Unterstützung dabei gibt es unter Google-Sichtbarkeit.

